Privatschulen in Deutschland
Bei Privatschulen handelt es sich um Einrichtungen, in der die Kinder und Jugendlichen unterrichtet werden und im angeschlossenen Internat wohnen. Dabei gibt es verschiedene Formen von Privatschulen. Neben dem Internat als integrierte Wohn-, Betreuungs- und Lehreinrichtung gibt es Internate, die Schülern aus der umliegenden Region erlauben zu hause zu wohnen und nur die schulischen Angebote wahrzunehmen. Des Weiteren gibt es Internate, die über keine eigenes Schulangebot verfügen. Diese sind meistens umliegenden Schulen angeschlossen und nutzen deren Angebote. Die meisten Internate in Deutschland sind in verschiedenen Verbänden organisiert und unterscheiden sich durch ihren Erziehungsauftrag und ihre Ausrichtung.
Neben den privaten Internaten gibt es in Deutschland auch öffentliche Internate. Träger dieser Internate sind entweder die Stadt, der Landkreis oder das Bundesland.
Das Lernen in einem Internat soll über die reine Wissensvermittlung hinausgehen und vielmehr die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Lernenden fördern, damit dieser sein volles Potential entfalten kann. Internate in Deutschland bieten gerade bei sinkendem Bildungsniveau die Möglichkeit eine fundierte und hochwertige Schulausbildung zu erhalten.
Aufnahmeverfahren im Internat oder der Privatschule
Ein Großteil der Aufnahmen kommt durch Mundpropaganda zustande. Die Eltern fordern einen Hausprospekt an und kommen dann gegebenenfalls mit dem Kind zu einem Besuch, der etwa 3-4 Stunden dauert. Es wird kein Kind aufgenommen, das nicht vorher gesehen wurde. Ab dem 13. Lebensjahr werden die Kinder - bei Anwesenheit der Eltern - gefragt, ob sie kommen wollen. Sie entscheiden sich, obwohl manche Eltern das nicht wünschen. Es wird auch abgelehnt, sofort bei diesem Besuch den Aufnahmeantrag abzuschließen, was manche Eltern wollen. Da man mit monatlichen Kosten von 350 bis 3000 Euro rechnen muss. Es soll nicht nur gute Schulausbildung sein, die die Kinder hier erfahren; es geht um die Gesamtpersönlichkeit, um soziales Lernen, um das Erlernen eines Umgangs mit Menschen, die man sich nicht aussuchen kann, lernen, auch Rücksicht zu nehmen, zu helfen. Es geht auch um eine Ausbildung des Gemüts, d. h. der Empfindsamkeit für viele Dinge im täglichen Miteinanderleben, für den anderen Menschen.Worauf Sie bei einer Privatschule oder einem Internat achten sollten
Internat Deutschland hier eine Auswahl an Kontrollfragen, die Ihnen dabei helfen sollen, bisher noch nicht betrachtete Aspekte bei der Wahl des Internats zu berücksichtigen.
- Welche Schulabschlüsse können erreicht werden?
- Inwiefern werden die Abschlüsse der Privatschule anerkannt?
- Welche Fremdsprachen werden angeboten?
- Wie ist der Alltag der Privatschule geregelt?
- Was wird an Freizeitaktivitäten angeboten?
- Wie wird mit kritischen Situationen in der Privatschule umgegangen?
- Kann sich das Kind mit der Vorstellung "Privatschule" anfreunden?
- Wie kann dem Kind die Anfangsphase erleichtert werden?
- Gibt es eine Hausordnung?
- Welche Konsequenzen drohen bei der Verletzung dieser Hausordnung?
- Welche Regelungen bestehen bezüglich des Wochenendes in der Privatschule?
Die Privatschulen, die indessen ihren sozialen, fürsorglichen Auftrag ernst nimmt, wird immer bestrebt sein, ihr Augenmerk gerade auf jene Kinder zu legen, denen Ausgeschlossensein, Ängste und Depressionen drohen, sie wird die Beziehungen und Gruppenprozesse im Internat immer wieder zum Thema machen und sie nicht dem Zufall überlassen, ebenso wenig, wie sie das mit Lernschwierigkeiten macht.
So betrachten sich denn auch viele Privatschulen durchaus als eine erste Adresse, wenn es um Kinder mit sozialen Problemen geht. Psychologen, die vielerorts in den Privatschulen mitarbeiten, wissen von Kindern und Jugendlichen zu berichten, die von ihren getrennt lebenden Eltern oft wenig wissen wollen und auf Heimfahrten keinen Wert legen. Andere Schüler, die sich von zu Hause abgeschoben fühlten, sind mehrfach aus den Privatschulen weggelaufen, bis sie sich dort, nach vielen Gesprächen, zu Hause fühlen konnten. Ein psychotherapeutisch ausgebildeter Pädagoge oder Psychologe, das ist von vielen Internatsschulen erkannt worden, kann hier durch helfende Gespräche und durch Vermittlungsbemühungen zwischen Kindern und Eltern und zwischen Schülern und Lehrern das Internatsleben erheblich menschlicher, entspannter und für die Entwicklung der Schüler förderlicher gestalten.
Diese Chance haben auch viele Jugendämter und andere Sozialbehörden gesehen. Es ist seit Jahren eine übliche Praxis, manche Kinder, die man als besonders geeigneten Fall aussucht, in die Obhut von Privatschulen zu geben, weil damit einerseits die Probleme der Familie erleichtert werden, andererseits eine relativ kostengünstige Lösung gefunden ist, da für einen Erziehungsheimplatz etwa das Doppelte zu veranschlagen ist wie für die Internatsunterbringung. Der öffentliche Kostenträger kann durchaus als Finanzierungsmöglichkeit in Bettacht gezogen werden für unvollständige oder sonst wie belastete Familien.
Es ist nicht möglich, für die vielen so verschiedenen deutschen Privatschulen pauschal eine Bewertung aus erziehungswissenschaftlicher Sicht vorzunehmen. Verlässliche Empfehlungen sowie eigene Prüfung nicht nur des materiell fasslichen Angebots (Schwimmbad, Sportmöglichkeiten, Komfort), sondern auch des pädagogischen Klimas, der Art der menschlichen Beziehungen, die zwischen den Personen und Personengruppen in der Einrichtung bestehen, sehe ich als unerlässlich für eine richtige Schulwahlentscheidung an.